Mittwoch, 23. April 2014

Kapitel 14

Am 10. Februar saß ich wieder bei Pablo. Ich hatte inzwischen sein Buch "Die heilende Kraft des Betens". Es hatte mir ausgesprochen gut gefallen und ich fuhr noch einmal nach Freiburg. Wir machten eine dreistündige Sitzung und dieses Mal war es sehr intensiv. Während ich mit geschlossenen Augen mein Mantra zitierte, stand Pablo eine Zeitlang vor mir. Plötzlich erschien ein riesiges Licht vor meinem geistigen Auge und floss in mich hinein. Das wiederholte sich mehrmals und als die Sitzung beendet war, fühlte ich mich voller Energie.

Auf der Heimfahrt wiederholte sich das Drama der letzten Fahrt: Mein Urin war zuerst blutrot, dann beim nächsten Mal konnte ich kein Wasser mehr lassen. Ich trank und trank Wasser, suchte immer wieder die Toilette auf, bis endlich ein großer Haufen Blutklumpen mit dem Urin herauskam. Doch es blutete weiter und meine Blase verstopfte aufs Neue. Zu Hause dann um drei Uhr morgens endlich wurde ich die ganzen Blutklumpen auf einen Schlag los. Danach war der Urin wieder normal.

In den nächsten Tagen hatte ich immer wieder viel Blut im Urin. Am 18.02.14 schließlich ging gar nichts mehr. Die Blase blieb die ganze Nacht über verstopft. In der Hoffnung, dass die Blutklumpen mit dem Urin heraus kämen, hatte ich wieder einmal extra viel getrunken. Alle zehn Minuten hatte ich das dringende Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen, doch heraus kam immer nur eine geringe Menge an blutrotem Urin. Danach war die Blase wieder verstopft und schmerzte. Es hatte sich eine heftige Tamponade gebildet. Als sich die Situation bis zum nächsten Mittag nicht besserte, blieb mir nichts anderes übrig, als ins Krankenhaus zu fahren. Das, was ich befürchtet hatte, war nun eingetreten.

In der urologischen Notaufnahme wurden mir insgesamt 7 Flaschen mit Kochsalzlösung in die Blase gepumpt und dabei enorme Mengen an Blutklumpen herausgeholt. Die Notärztin schüttelte immer wieder ihren Kopf. Eine solche Menge an Blutklumpen hatte sie noch niemals gesehen. Sie fragte mich mehrmals, warum ich nicht früher gekommen sei. Darauf hatte ich keine Antwort.

Anschließend wurde ich gar nicht lange gefragt, ob ich im Krankenhaus bleiben wollte. Für die Notärztin war es klar, dass der Tumor so schnell wie möglich heraus operiert musste. Ich war einverstanden, denn eine solche Nacht wie die letzte wollte ich nicht noch einmal durchmachen. 

Einen Tag später, am 20.02.14 wurde die TUR durchgeführt. Die Operation ging schnell und unproblematisch und als ich aufwachte, stand meine Frau an meinem Bett. Am 22.02. wurde mir gegen Mittag der Katheter entnommen, den ich seit vier Tagen und Nächten getragen hatte. Ich zog mir meine normalen Sachen an und erhielt eine Windel, die ich in der Unterhose tragen sollte. Beim ersten Wasserlassen merkte ich, wozu das nötig war. Denn als ich Druck in der Blase fühlte und zur Toilette eilte, ging die Hälfte des Urins schon vorher in die Windel ab. Die Blasenmuskulatur musste sich erst wieder an ihre selbständige Arbeit gewöhnen. Anschließend wurde noch ein Ultraschall gemacht und dann wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen.

Kapitel 13

Anfang Februar wurde ich im Internet auf den Freiburger Physiker und spirituellen Heiler Pablo Alemany aufmerksam. Er stand auf dem Standpunkt, dass sich alle Krankheiten durch Karma bedingen. Um Karma aufzulösen, müssten die entsprechenden Informationen im Kausalkörper gelöscht werden. Entsprechend der Yoga-Lehre geht er von der Annahme aus, dass wir Menschen fünf Körper besitzen: Was wir allgemein als Körper bezeichnen, ist unser materieller Körper. Unser zweiter Körper ist der Ätherkörper. Er ist feinstofflicher und dehnt sich jenseits des materiellen Körpers aus. Manche Menschen können ihn als Aura wahrnehmen. Pablo Alemany sagt, dass wir diese beiden Körper verlassen, wenn wir sterben. Wir existieren dann nur noch mit einem nicht materiellen Lichtkörper weiter, ohne Gewicht und Sinneswahrnehmungen des materiellen Körpers. Der nicht materielle Lichtkörper besteht aus drei weiteren feinstofflicheren Körpern: Astralkörper, Mentalkörper und Kausalkörper. Im Astralkörper bleiben die Gefühle und Emotionen gespeichert. Im Mentalkörper bleiben die Gewohnheiten des Denkens gespeichert. Der Kausalkörper schließlich ist eine Art Informationsfeld, der die karmische Information der Seele trägt.

Da ich seit über dreißig Jahren Vegetarier bin und um meinen Eiweißhaushalt besorgt war, kaufte ich mir am 3. Februar ein pflanzliches Eiweiß-Pulver. Doch kaum eingenommen, blutete ich beim Wasserlassen wie verrückt. Beim nächsten Toilettengang ging nichts, die Blase war zu. Ich probierte es immer wieder, doch die Blase blieb verschlossen. In dieser Nacht kam ich nicht zum Schlafen. Da ich in der Hoffnung, Wasser lassen zu können, viel trank, schmerzte mich der Druck in der Blase immer heftiger. Doch obwohl ich immer wieder versuchte, die Blutklumpen mit Kraft herauszupressen, kam immer nur ein kleiner blutiger Strahl heraus. Letztendlich dauerte es bis morgens um vier Uhr, bis ich endlich Erfolg hatte und ein riesiger Schwall Blutklumpen in der Toilette landete.

Am 6. Februar stand ich morgens um 6 Uhr auf, weil ich zwei Sitzungen bei Pablo Alemany in Freiburg vereinbart hatte. Doch ich konnte wieder einmal kein Wasserlassen. Ich entschloss mich, zum Bahnhof zu fahren und es dort ein letztes Mal zu probieren. Für den Fall, dass es nicht klappen sollte, würde ich sofort meinen Urologen aufsuchen. Buchstäblich in letzter Sekunde landete riesiger Batzen Blutklumpen in der Bahnhofstoilette und ich atmete auf. Drei Minuten später saß ich im Zug.

Pablo stellte sich als Mann heraus, der nicht viele Worte machte. Er bezeichnete sich als Heilsbegleiter, der weder Trauma noch einen kranken Menschen sieht. Er sieht die göttliche Vollkommenheit in jedem Menschen und hilft ihm, sich mit dieser wahren Natur zu identifizieren. Zunächst wollte er wissen, warum ich ihn aufgesucht hatte. Dann gab er mir ein persönliches Mantra, das ich still intonieren sollte. Während ich also in Gedanken unablässig mein Mantra zitierte, ging er etwa eine Stunde lang im Kreis um mich herum und zitierte laut Sanskrit-Heilgebete. Dann berührte er mich zart an verschiedenen Kopfpunkten und verschiedene Gesichtsmuskeln begannen zu zucken. Nach den beiden Sitzungen wusste ich nicht genau, was ich davon halten sollte.

Im Zug ging das Theater mit meiner Blase wieder los. Ich konnte die ganze Fahrt über kein Wasserlassen. Als ich endlich ankam und auf dem Parkplatz zu meinem Wagen ging, probierte ich es im Schutz der Dunkelheit noch einmal und dann endlich kam eine riesige Menge an Blutklumpen heraus.



Dienstag, 22. April 2014

Kapitel 12

Am 3.01.2014 ließ ich meine dritte MRT machen. Das Ergebnis bestätigte den TKTL1 Test: Der Tumor war gewachsen und sogar in die Blasenwand eingewachsen. Der Röntgenarzt prophezeite mir, dass ich, wenn ich mich nicht schleunigst operieren lasse, in große Schwierigkeiten kommen werde. Hatten der Urologe und mein Hausarzt am Ende doch Recht gehabt? Meine Frau und meine Tochter bedrängten mich, den Tumor umgehend entfernen zu lassen.

Am folgenden Wochenende musste ich eine Entscheidung treffen. Ich ging mit meinen beiden Hunden in einer einsamen Gegend spazieren und ließ meine ganze Enttäuschung über den Befund raus. Ich schrie, brüllte und weinte eine Stunde lang hemmungslos vor mich hin. Dann war mir klar, dass ich mich nicht operieren lassen wollte. Meine Frau war entsetzt. Meine Tochter redete mir ins Gewissen, doch ich blieb fest.

Ich begann aufs Neue, nach alternativen Heilmethoden zu suchen. Ich kam auf Schüsslersalze. Doch nach einer einmaligen Einnahme hatte ich sofort wieder massig Blut im Urin. Das durfte doch nicht wahr sein: Der Tumor reagierte auf alle Mittel, die meine Abwehrkräfte stärken sollten, mit großer Aggressivität.

Ich stieß auf Heilpilze, die mich sofort interessierten. Ich setzte mich mit einem Institut für Ernährungs- und Pilzheilkunde in Verbindung und ließ mich beraten. Mir wurde ein bestimmter Pilz empfohlen, den ich mir umgehend bestellte. Als Vorsichtsmaßnahme nahm ich nur eine halbe Kapsel täglich ein und es kam zu keinen nennenswerten Blutungen.

Ein paar Tage später erzählte mir meine Tochter, dass ihr von einer Freundin ein Schweizer Naturarzt empfohlen wurde. Ich rief dort an und erfuhr, dass der Mann Antlitzanalysen macht. Ich schickte ihm per Email ein paar Fotos und einige Tage später stand meine Therapie fest. Ich sollte drei verschiedene Heilpilze und sechs verschiedene Schüsslersalze zu mir nehmen. Die Schüsslersalze sollten unbedingt hochwertig und glutenfrei sein. Ich kaufte die Schüsslersalze in einer Apotheke und bestellte die Heilpilze im Internet. Außerdem befolgte ich den Tipp des Naturarztes, wie ich mich auf einfache Weise mit Wasser schnell entgiften konnte. Und zwar muss man einen Liter Wasser etwa zwölf Minuten lang kochen. Der Sinn besteht darin, dass sich die Moleküle des Wasser verkleinern und auf diese Weise besser in die Zellen eindringen konnten.

Sobald ich die Schüssler-Salze eingenommen hatte, verstärkte sich wieder das Blut im Urin. Ich setzte mich mit der Naturarztpraxis in Verbindung und mir wurde empfohlen, die Tagesdosis an Schüssler-Salzen in einen halben Liter Wasser zu geben, mit einem Plastiklöffel umzurühren und tagsüber nach und nach zu trinken. Dadurch setzten sich die in den Tabletten enthaltenen Milchzucker und Kartoffelstärke im Boden ab. Aber auch dieser Trick brachte nichts, es begann wieder stark zu bluten. Daraufhin wurde mir empfohlen, das Wasser mit den Schüssler-Salzen nicht zu rühren, sondern nur zu schütteln. Auch dadurch änderte sich nichts: es blutete stark. Ich setzte mich nochmals mit der Praxis in der Schweiz in Verbindung und mir wurde empfohlen, die Tagesdosis herabzusetzen.

Am 1.2.2014 konnte ich wieder einmal kein Wasserlassen. Da ich diesbezüglich schon Erfahrungen hatte, ging ich mit dem Problem ziemlich entspannt um. Ich trank einen Liter Wasser und probierte es dann nochmal. Meine Blase war zwar voll, doch die Blutklumpen versperrten weiterhin den Ausgang zur Harnröhre. In mir machten sich Gedanken eines Notfalls breit und mein Körper begann heftig zu zittern. Ich wurde von Stresshormonen überschwemmt. Ich beschloss, den Stresshormonen mit Lachen entgegenzutreten. Es war grotesk: Ich konnte nicht pinkeln, mein Körper zitterte wie Espenlaub und ich lachte zehn Minuten aus vollem Hals. Anschließend trank ich einen Liter Wasser und legte die Beine hoch. Dann endlich nach etwa drei Stunden landete eine riesige Menge an Blutklumpen mit blutrotem Urin im WC. Ich war gerettet. Der Urin danach war wieder blass gelb. Ich entschloss mich, erstmal keine Schüssler Salze mehr einzunehmen.









Kapitel 11

Am 21. August 2013 lag ich wieder in der Röhre. Ergebnis: Der Tumor hatte die Blasenwand nicht infiltriert. Ich fand, dass das ein ermutigendes Resultat war. Ein inaktiver Tumor ist ein gutartiger Tumor.

Eine Woche setzte ich mich betreffs dieser Diagnose telefonisch mit dem Biologen Dr. Coy in Verbindung. Es ergab sich ein sehr interessantes Gespräch und er sagte mir, dass sich Tumoren meistens verkapseln, wenn sie nicht mehr wachsen. Doch was das Blut in meinem Urin und das Brennen und Stechen beim Wasserlassen zu bedeuten hatte, darüber wollte und konnte er mir keine Antwort geben. Auf meinen Wunsch hin aber mailte er mir eine Liste von Urologen zu, die mit ihm in Verbindung standen.

Bei einer Urologin in Wiesbaden vereinbarte ich diesbezüglich einen Termin. Zu diesem Zweck holte ich mir bei meinem Hausarzt sämtliche Befunde ab. Als ich diese aufmerksam durchlas, entdeckte ich, dass im MRT-Befund vom 21.08.13 neben dem Tumor leichte divertikelartige Ausstülpungen linksseitig in der Blase erwähnt wurden. Ich recherchierte umgehend im Internet und fand heraus, dass diese auf Druck und Zug manchmal bluten. Konnte es sein, dass diese Divertikel für meine Blutungen verantwortlich waren?  

Am 2. September 2013 fuhr ich nach Wiesbaden. Die Urologin war ausgesprochen höflich und nahm sich viel Zeit für die Sichtung meiner Befunde. Dann untersuchte sie meine Blase mittels eines Ultraschalls. Schließlich nahm sie mir Blut ab, um einige Tests zu machen. Z.B. den Tumormarkertest. Tumormarker sind Substanzen, deren erhöhte Konzentration auf einen Tumor hinweisen können. Außerdem den von Dr. Coy entwickelten TKTL1 Test. Dieser untersucht Makrophagen (Fresszellen) auf eine erhöhte Konzentration von tumorspezifischen Strukturen. Dr. Coy beschrieb in seinem Buch: „Ein positiver Befund ist ein Hinweis auf die Energiegewinnung durch Vergärung und auf ein erhöhtes Metastasenrisiko.“

Am Freitag, den 13. September erhielt ich die Befunde. Leber-, Nieren- und sonstigen Blutwerte waren völlig in Ordnung. Der Tumormarker- und der TKTL1 Test zeigten leicht erhöhte, nicht besorgniserregende Werte an. Aus diesen Ergebnissen war zu schließen, dass mein Immunsystem den Tumor im Griff hatte. Darüber war ich hoch erfreut. Ich vereinbarte einen weiteren Kontrolltest.
In den folgenden zwei Wochen wurde das Stechen beim Wasserlassen immer stärker. Schließlich erinnerte ich mich an die Zinnkraut-Umschläge und begann, täglich zwei Stunden lang einen Umschlag auf die Blase zu legen. Die Schmerzen ließen leicht nach.

Im Oktober bestellte ich nochmal Blasentropfen aus Österreich. Nach der Einnahme verstärkte sich jedoch schlagartig das Bluten. Was hatte das zu bedeuten? Ich brach die Einnahme sofort ab und probierte es später insgesamt dreimal wieder. Doch immer das gleiche Ergebnis: Es begann sofort stark zu bluten.

Als ich im Internet las, dass Curcuma gegen Tumore wirkt, kaufte ich mir am 3.12.2013 entsprechende Kapseln. Und wieder dasselbe Malheur: kurz nach der Einnahme begann es brutal zu bluten. Ich hörte sofort mit der Einnahme auf und probierte es insgesamt noch zweimal, um ganz sicher zu gehen. Doch immer wieder traten starke Blutungen auf.

Am 9.12.2013 machte ich einen zweiten TKTL1 Test. Neun Tage später erhielt ich ein schlechtes Ergebnis: Der Tumor hatte seine Aktivität erhöht. Ich fühlte mich enttäuscht.

Auf der Homepage von Dr. Coy entdeckte ich einen Hinweis, dass eine Zucker- und Kohlenhydratreduzierung alleine nicht ausreicht. Zur Unterstützung des Säure-Basenhaushalts und Optimierung des Eiweißhaushalts wäre die Einnahme von milchsauer vergorenen Lebensmitteln dringend erforderlich. Umgehend bestellte ich diesbezüglich eine Kiste Laktat-Drink Soja. Doch kaum hatte ich dieses Getränk eingenommen, verstärkten sich die Blutungen schlagartig. Um sicher zu gehen, versuchte ich es auch mit diesem Mittel dreimal, doch immer wieder dasselbe Ergebnis: Sofort nach der Einnahme kam beim Wasserlassen fast pures Blut aus der Blase.

Bald gab es ein neues Problem mit den Blutungen. Bei Blutungen bildet sich durch die Blutgerinnung Fibrin. Bisher wurde die Blutklümpchen beim Wasserlassen leicht herausgeschwemmt. Doch mit dem Laktat-Drink änderte sich das. Ende Dezember war meine Blase so voll mit dicken Blutklumpen (Fachjargon: Koagel), dass der Blasenausgang zur Harnröhre verstopft war. In diesem Fall spricht man von einer Tamponade. Ich  konnte morgens nach dem Aufstehen kein Wasser mehr lassen. Trotz Druck auf der Blase ging einfach nichts. Obwohl mir der Schrecken in die Glieder fuhr, blieb ich ruhig und überlegte. Dann trank ich einen Liter Wasser. Eine halbe Stunde später klappte es mit dem Wasser lassen. Ein Haufen von Blutklumpen kamen mit heraus.


 

Kapitel 10

Im Juli hatte ich schon wieder mehrmals Blut im Urin. Auch stach und brannte es beim Wasserlassen wieder kräftig. Ich machte mir aber keine großen Sorgen. Bis zur nächsten MRT dauerte es nicht mehr lange und dann würde ich weiter sehen.

Da meine Frau ihre Mutter pflegt, wohnen wir seit 2011 in einem kleinen osthessischen Dorf. Viele Leute hier haben Krebs und mit einigen kam ich manchmal ins Gespräch. Merkwürdigerweise war niemand dabei, der sich mit seiner Erkrankung auseinandersetzte. Sie wussten nichts über den Stoffwechsel von Krebszellen und folglich auch nicht, dass der Verzehr von Zucker und Kohlenhydraten möglicherweise schädlich war. Keiner ihrer Ärzte hatte sie jemals auf ihre Ernährung angesprochen. Das konnte ich nachvollziehen, denn mein Hausarzt hatte mich immer skeptisch angeschaut, wenn ich ihm von meinem Ernährungsprogramm berichten wollte. Was ist nur los mit den Ärzten?

Anfang August stieß ich im Internet auf den Erfahrungsbericht eines Bloggers, der sein Schicksal mit mir teilte. Anfang 2009 wurde bei ihm per Blasenspiegelung und MRT ein Blasentumor festgestellt. Auch sein Urologe riet zu einer schnellen Operation und vereinbarte sogleich einen Termin. Doch der Blogger entschied sich, eine Zweitmeinung von einem anderen Urologen einzuholen. Dieser riet ihm, einen Ganzkörper PET-Scan durchzuführen. Die Untersuchung ergab, dass die Blase nicht nur von innen befallen, sondern schon durch die Blasenwand nach außen gewachsen war und das sogar sehr großflächig. Der Mann schrieb, dass er sehr frustriert war. Trotzdem entschied er sich im Mai 2009 für den alternativen Heilungsweg. Sehr mutig!

Ab Juni 2009 besuchte er für fünf Wochen ein Zentrum für alternative Krebstherapie. Dort durchlief er Anwendungen, die Ernährung, Entgiftung und Energiearbeit beinhalteten. Also im Prinzip dasselbe Programm, das ich privat machte. Im Mai 2010 ließ er einen zweiten PET-Scan machen. Das Ergebnis bestärkte ihn, auf dem beschrittenen Weg weiterzugehen. Anfang 2011 wurde bei einer letzten MRT festgestellt, dass der Tumor von seiner ursprünglichen Größe von 5 cm bis auf wenige Millimeter geschrumpft war. Seine Ärzte sprachen von einem Wunder.

Als ich mit dem Mann Kontakt aufnahm, erfuhr ich, dass sich bei ihm im Oktober 2012 ein sog. Nierenstau eingestellt hatte. Ein neuer Tumor hatte den Zugang von der Niere zur Blase verstopft. Da er seine Anwendungen in den letzten Monaten vernachlässigt hatte, begann er sein erlerntes Ernährungs- Entgiftungs- und Energieprogramm umgehend wieder anzuwenden. Seit August 2013 arbeitet die betreffende Niere wieder, doch ist sie nun kleiner, als die andere.

Da ich mit meinem Leidensgenossen in den Folgemonaten einige E-mails austauschte, erfuhr ich, dass sich bei ihm ein neuer Blasentumor gebildet hatte, der bis Oktober 2013 eine Größe von 8 cm erreicht hatte. Daraufhin begann er umgehend mit einer bis zur Hochdosierung steigenden Einnahme von bitteren Aprikosenkernen und ab März 2014 mit Blasenspülungen nach Dr. Simoncini. Wie es mit diesem Mann weiterging, darüber berichte ich später. 
 




 



Kapitel 9

Im Juni traten wieder leichte Schmerzen im Unterleib und Stechen beim Wasserlassen auf. Dazu kamen ständiger Harndrang und blutiger Urin. Ich wusste immer noch nicht, was das zu bedeuten hatte, sparte mir aber den Weg zum Arzt. Ich wusste genau, wie er reagieren würde: „Sofort operieren!“

Das Blut im Urin verschwand bald wieder, doch die anderen Beschwerden blieben. Da kam ich auf die Idee, die Reflexzonen meiner Füße zu behandeln. Ich schaute im Internet nach, wo sich die entsprechenden Bereiche für die Blase befanden und begann dann, mich dort ausgiebig zu massieren. Das schmerzte, doch die Beschwerden verschwanden fast augenblicklich.

Mitte Juni rief mich meine Tochter an und erzählte mir von der Arbeit von einer gewissen Lara´ Marie Obermaier. Auf deren Homepage erfuhr ich, dass sie verschiedene Praktiken der Energiemedizin nutzt, um Traumata aufzuspüren und mit Licht zu überschreiben. Ich setzte mich telefonisch mit ihr in Verbindung. Während wir miteinander redeten, fühlte ich eine tiefe Stille in ihrem Wesen. Das gefiel mir und so vereinbarte ich einen Behandlungstermin.

Am 27.06. war es so weit. Nach einem kurzen Einführungsgespräch begann Frau Obermaier mit ihrer Arbeit. Sie entfernte verschiedene Fremdenergien, die sich angeblich in meinem Körper festgesetzt hatten. Nach der Sitzung fühlte sich der Bereich meiner linken Hüfte erstmals seit Jahrzehnten völlig frei an. Ungläubig machte ich am nächsten Tag Liegestützen, weil ich diese seit vielen Jahren wegen sofort auftretender Rückenschmerzen nicht mehr machen konnte. Und siehe da, die Muskulatur machte keine Probleme. Am gleichen Tag nahm ich meinen Hula-Hoop-Reifen (1,2 kg) und ließ ihn 250 mal um meine Taille kreisen. Normalerweise schmerzten meine Bandscheiben schon nach fünfzig Umdrehungen. Doch dieses Mal hatte ich nicht die geringsten Beschwerden. Mutig geworden stand ich am nächsten Morgen früh auf und joggte erstmals seit langer Zeit über eine längere Strecke. Eigentlich fing mein rechtes Knie bei einer solchen Belastung sofort zu schmerzen an. Doch dieses Mal verlief der Lauf völlig problemlos. Wie konnte das möglich sein?

Bisher dachte ich immer, dass Muskelblockaden entweder auf mechanische oder seelische Ursachen zurückzuführen sind. Ich war vor vielen Jahren zwar bei einem Medium gewesen, das mir sagte, dass sich in meinem Körper verstorbene Wesenheiten festhielten, weil sie ihren Weg ins Licht nicht gefunden hatten. Doch war ich bei Aussagen dieser Art immer skeptisch gewesen. Nun aber hatte mich Frau Obermaier von solchen Energien tatsächlich befreit. Ich machte zwei weitere Sitzungen bei ihr. Meine linke Körperseite war fortan wesentlich entspannter, als früher.
 

 

Kapitel 8

Am 14.03.2013 kam mit meinem Urin wieder einmal ein kleiner Gewebefetzen heraus. Ich löffelte ihn kurzerhand aus der Toilette, steckte ihn in ein kleines Glas und und brachte ihn zu meinem Hausarzt. Der versprach mir, das Teilchen an ein Labor zu schicken.

Eine Woche später hatte ich das Ergebnis. Bei dem Gewebe handelte es sich um Fibrin. Dieses bildet sich beim Prozess der Blutgerinnung. Damit stand fest, dass sich in meiner Blase eine Wunde befinden musste. Ob der Tumor blutete oder die Blasenwand, das wusste der Arzt natürlich nicht. Doch empfahl er mir bei dieser Gelegenheit erneut dringend, mich operieren zu lassen.

Als ich wieder einmal frühmorgens wach wurde, kam mir ein Vorfall in den Sinn, den ich im Alter von sieben oder acht Jahren erlebte. Meine Stiefmutter war wegen irgendetwas böse auf mich und ließ mich daher zur Strafe auf Erbsen knien. Nun fühlte ich mich in die damalige Situation ein und kam mit tief verdrängten Emotionen von Wut, Hilflosigkeit und Empörung in Berührung. Ich löste alle diese Emotionen auf, indem ich sie willkommen hieß und vollständig durchfühlte.

Ab Mitte März hatte ich verstärktes Brennen und Stechen beim Wasserlassen. Außerdem fand sich wieder Blut im Urin. Und natürlich kamen mir Zweifel, ob ich mich wirklich auf dem Weg der Besserung befand.

Am 9.04.2013 ließ ich das nächste Ultraschallbild machen. Das Ergebnis war ermutigend: Der Tumor hatte nach wie vor eine Breite von 3,7 cm. Doch der Urologe erklärte mir aufs Neue, dass der Tumor jedoch aller Wahrscheinlichkeit bösartig war. Außerdem teilte er mir mit, dass es sich nicht abschätzen ließ, inwieweit der Tumor bereits in tiefere Schichten gewachsen war. Daher schlug er mir vor, eine Magnetresonanztomografie (MRT) zu machen. Hierbei würde man genauer feststellen können, was in und hinter der Blase los war.

Bis zum Termin in der radiologischen Praxis musste ich etwa sechs Wochen warten. In dieser Zeit stach und brannte es häufig beim Wasserlassen. Auch kamen mit dem Urin dicke und blutige Gewebefetzen heraus. Immer wieder wollte sich Angst ausbreiten und immer wieder nahm ich sie an und fühlte sie so lange, bis sie sich vollständig auflöste.

Am 22.05.2013 war es so weit. Ich legte mich in die schmale Röhre, um eine MRT machen zu lassen. Dabei musste ich einen Kopfhörer aufsetzen, da das Gerät einen Heidenlärm machte. Anschließend fand ein Gespräch mit dem Radiologen statt. Ergebnis: der Tumor war nicht in die Blasenwand eingewachsen. Er hatte sich nicht nach hinten ausgebreitet und auch keine Metastasen gebildet. Allerdings gab es eine Einschränkung: an einer winzigen Stelle lag der Tumor an der Blasenwand auf.

Da ich das Ergebnis mit meinem Urologen besprechen wollte, rief ich ihn einige Tage später an. Doch er war gerade in Urlaub, hatte aber inzwischen seinen Bericht an meinen Hausarzt geschickt. Als ich diesen anrief, stellte sich heraus, dass der Urologe der Meinung war, dass der Tumor dabei wäre, in die Blasenwand einzuwachsen. Das war eine eigenwillige Interpretation, denn so weit war der Radiologe nicht gegangen. Mein Hausarzt hielt daher an seiner Meinung fest, dass ich mich schleunigst operieren lassen sollte. Da ich den Bericht des Radiologen selber lesen wollte, rief ich die radiologische Praxis an und bat, eine Kopie des Untersuchungsergebnisses an meinen Hausarzt zu schicken.


Kurz darauf besuchte ich meinen Hausarzt und ließ mir den Bericht des Radiologen zeigen. Da stand geschrieben, dass der Tumor an einer Stelle an der Blasenwand auflag und eine beginnende Infiltration aufgrund einer verminderten Blasenfüllung letztlich nicht auszuschließen sei. Das klang irgendwie bedrohlich. Ich entschloss mich, binnen drei Monaten eine weitere MRT machen zu lassen.