Montag, 21. März 2016

Krebs



Ich habe zum Thema Krebs eine Webseite geschrieben. Siehe „www.monas-jetzt.de“


Ihr könnt mich auch auf Facebook besuchen: Sowohl unter "Monas" als auch unter "Monas Lustmann"

Montag, 19. Oktober 2015

Kapitel 30


Wie gesagt, fehlt hier der Zeitraum Juli, den ich in meinem Buch: "Gegen Krebs ist viel Kraut gewachsen" beschrieben habe. Hier geht es mit dem August 2015 weiter:

Am 28. August war der nächste Mono-J-Wechsel fällig. Nach einer halben Stunde war alles vorbei, doch anschließend blutete es etwas. Auch in den folgenden Tagen mischten sich immer wieder ein paar Blutstropfen in meinen Urin. Die Sache beunruhigte mich nicht sonderlich, ich verfuhr nach der Kohl/Merkel'schen Strategie: Erst mal aussitzen und gucken, was passiert.

Die Blutungen haben sich bis zum 11. September sogar noch verstärkt. Ich habe die urologische Ambulanz im Krankenhaus angerufen und gefragt, was die Ursache ist. Die hatten keine Erklärung und sagten mir, dass ich vorbeikommen soll. Das würde dann auf eine Röntgen-Untersuchung hinauslaufen, aber schon wieder Röntgen? Nein danke! Also erst mal abwarten und Tee trinken. Und plötzlich ab 11.9. war kein Blut mehr zu sehen im Urin.

Am 24. September waren mein Kreatinin-Wert plötzlich auf 2.0 und mein CRP (Entzündungswert) auf 5.6 gestiegen. Bahnte sich da ein neuer Harnleiterinfekt an? Ich fuhr zu meinem Hausarzt und ließ ein Ultraschall machen und den Urin untersuchen. Das Ergebnis war grenzwertig. Ich ließ mir eine Überweisung geben und fuhr ins Krankenhaus. Der diensthabende Urologe sah zwar keine unbedingte Notwendigkeit, die Harnleiter-Katheter auszuwechseln, doch da ich schon mal da war, machten wir das. Der rechte Harnleiter machte jedoch Zicken und der Katheter ließ sich nicht einführen. Ich sah schon eine OP mit Narkose auf mich zukommen. Doch dann endlich funktionierte die Sache und ich atmete auf.

Donnerstag, 6. August 2015

Kapitel 29

Ich habe den gesamten Krankheitsverlauf in einem Buch verarbeitet. Es umfasst den Zeitraum von August 2012 bis August 2015 und ist als eBook und Taschenbuch erhältlich. Titel: "Gegen Krebs ist viel Kraut gewachsen". Siehe hierzu auch Youtube unter "Monas Lustmann". Ereignisse, die sich ab August 2015 abspielten, beschreibe ich jetzt hier weiter.

Samstag, 21. Februar 2015

Kapitel 28


Der Termin für den nächsten Harnleiter-Schienenwechsel (Mono-J-Wechsel) wurde um acht Tage auf den 18.02.15 verschoben. Unter Aufsicht einer Oberärztin wurde dieser von einer Assistenzärztin durchgeführt. Leider schaffte sie es nicht, den rechten Schlauch in die Niere hochzuschieben. Nachdem sie sich eine ganze Weile abgemüht hatte, übernahm die Oberärztin das Ruder. Sie versuchte es nun eine ganze Stunde lang, doch ebenfalls ohne Erfolg. Daraufhin ließ sie einen anderen Oberarzt kommen, der es jedoch auch nicht schaffte.

Ein Harnleiterschienen-Wechsel findet unter Röntgenkontrolle statt. Normalerweise geht ein solcher Wechsel schnell und es kommen nur wenige Röntgenbilder in Betracht. Das Problem in diesem Fall war, dass die Sache über zwei Stunden gedauert hatte. Dabei wurden Dutzende von Röntgenbildern geschossen. Das Ende vom Lied war, dass ich stationär aufgenommen und der Schienenwechsel am nächsten Tag unter Vollnarkose durchgeführt wurde. Dabei hatte ich noch Glück, denn der Wechsel hat schließlich geklappt. Sonst hätten die mir die Niere punktiert und mir durch den Rücken einen Nieren-Katheter angeschlossen. Das war ja schon einmal am 15.08.2014 passiert. Siehe Kapitel 23.

Am 24.03.15 wurde ein CT vom Bauchraum, Lunge und Hals gemacht. Da mein Kreatinin-Wert immer noch hoch (1.7) war, wurde dabei auf ein Kontrastmittel verzichtet. Im Ergebnis waren keine Metastasen zu sehen. Gott sei Dank.

Am 2. April 2015 war der nächste Harnleiterschienen-Wechsel fällig. Alles ging gut und schnell vorüber.

Am 7.04.2015 wurde ein MRT von den Lymphknoten und Nieren gemacht. Das Kontrastmittel, das in diesem Fall zum Einsatz kommt, ist für die Nieren unschädlich. Auch hier war das Ergebnis gut, es waren keine Metastasen zu sehen. Allerdings gab es zwei sog. Kontrastmittel-Aussparungen. Das bedeutete, dass das Kontrastmittel an zwei Stellen nicht in die Niere eingeflossen war. Daher konnte die Niere nicht eindeutig beurteilt werden. Ein paar Tage später wurde dieses Ergebnis auf einer sog. Ärztekonferenz diskutiert. Urteil: Alles in Ordnung.

Am 19. Mai 2015 war der nächste Schienenwechsel fällig. Auch dieses Mal ging alles gut und schnell vorüber. Allerdings hatte ich fünf Tage lang Schmerzen in der Beckenhöhle.

Am 11. Juni 2015 fuhr ich nach München, um mit meiner Tochter eine Selbsterfahrungsgruppe zu leiten. Ich fühlte mich schon während der Zugfahrt merkwürdig. Abends dann ließen wir die Gruppe ausfallen, weil ich Fieber hatte. Nachts gegen 23:00 Uhr fuhren wir in ein Krankenhaus, wo mein Urin und Blut untersucht wurde. Diagnose: Harnwegsentzündung. Das ist in meinem Fall ein Problem, weil es leicht zu Nierenproblemen oder einer Blutvergiftung führen kann. Ich bekam eine Infusion mit Antibiotika. Für eine weitere Antibiotika-Infusion musste ich am folgenden Morgen nochmals in die Klinik fahren. Anschließend wurden gleich die Harnleiterschienen gewechselt. Ich war überrascht, wie sanft und sensibel der Arzt hierbei vorging. Ich spürte im Vergleich mit dem Wechsel im Krankenhaus Fulda keinerlei Ziehen oder sonstige Schmerzen.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Kapitel 27

Am 3.12.14 ging die zweite Chemo-Runde los. Ich bekam das gleiche Mittel wie zuvor in der Klinik, erhielt jedoch nur einen halben Liter Kochsalzlösung. Daher dauerte dieser Tag insgesamt nur 2.5 Stunden. Also wesentlich schneller als in der Klinik. Am 4.12. folgte der zweite Tag der zweiten Chemo-Runde. Auch dieser ging viel schneller, als in der Klinik. Dauer insgesamt nur knapp 6 Stunden. Das war natürlich angenehmer, denn im Krankenhaus hatte dieser Tag über 14 Stunden gedauert. Doch die Nebenwirkungen in den nächsten Tagen ähnelten denen der ersten Chemo-Runde, hielten jedoch länger an und waren härter. Am 10.12. schloss die 2. Chemo-Runde ab. Ich fühlte mich den Rest des Tages erschöpft. In den folgenden 2 Wochen häufig Übelkeit, Schwindelgefühle, körperliche Schwäche und ein merkwürdiger Geschmack im Mund.

Mit einer Verspätung von drei Wochen wurden am 17.12.2014 in der Klinik die beiden Harnleiterschienen gewechselt (Mono-J-Wechsel). Die Sache dauerte etwa 30 Minuten und war etwas unangenehm. Während des Wechsels und den Rest des Tages fühlte es sich an wie starke Blähungen im Unterleib. Nächster Termin war der 10.02.2015.

Die dritte Chemo-Runde war am 7./8. und 14. Januar. Ich hatte die üblichen Nebenwirkungen. Am 27. Januar dann begann die vierte Chemo-Runde. Doch waren meine Nierenwerte so schlecht, dass die Chemo am 28. Januar nicht fortgesetzt, sondern um eine Woche verschoben wurde. Da eine Woche später jedoch das Kreatinin mit 1.6 immer noch zu hoch war, entschieden sich die Ärzte, mir statt Cisplatin ein neues Chemo-Mittel zu geben. Ich erhielt also das angeblich nierenfreundlichere Carboplatin. Prompt bekam ich drei Tage später Fieber. Da das Fieber auf eine schwere Infektion hinweisen konnte, hätte ich mich, laut einer Infobroschüre zur Chemo-Therapie, umgehend ins Krankenhaus begeben müssen. Dort hätte ich mich stationär aufnehmen lassen müssen, um eine intravenöse antibiotische Behandlung durchführen zu lassen. Doch ich blieb zu Hause, nahm Antibiotika oral ein und alles ging gut. Am folgenden Montag ließ ich mein Blut untersuchen. Die Blutwerte waren nicht gut: Kreatinin 1.8 und die Entzündungswerte (CRP) um mehr als das dreißig-fache erhöht (165). Außerdem war mir wahnsinnig schwindlig. Ich beschloss, den letzten Chemo-Tag abzusagen. Als ich das MVZ telefonisch darüber informierte, waren die ziemlich entrüstet: "... und das haben Sie einfach so selbst entschieden?". "Ja", antwortete ich, "ich bin schließlich für meinen Körper ganz alleine verantwortlich."

Samstag, 15. November 2014

Kapitel 26

Am 11.11.14 erschien ich pünktlich um 10:00 Uhr in der Klinik. Die Aufnahme-Schwester schimpfte. Das war ihrer Meinung nach entschieden zu spät. Doch dieser Termin war mir von der Oberärztin gegeben worden und damit war mir nichts vorzuwerfen. Zunächst wurde mir Blut abgenommen, dann wurden meine Nieren über Ultraschall begutachtet. Später dann machte ich ein EKG und danach musste ich zum HNO-Arzt. Der Termin beim Neurologen wurde auf den nächsten Morgen verschoben. Anschließend sollte die Chemo beginnen. Doch es kam, wie es kommen musste: Im Anschluss an die neurologische Untersuchung wurde mir mitgeteilt, dass die Chemo erst am nächsten Tag beginnen sollte. Warum, das konnte mir keiner genau sagen. Da ich nicht sinnlos den Rest des Tages und die Nacht im Krankenhaus verbringen wollte, ließ ich mich von meiner Frau nach Hause fahren.

Am nächsten Tag dann ging´s los. Zunächst einmal bekam ich als Infusion drei Beutel à 500 ml mit Isotonischer Kochsalzlösung (NaCI) über den Port eingeleitet. Dann die Chemo in Form von 250 ml Gemcitabin. Anschließend nochmals drei Beutel NaCI. Dauer insgesamt vier Stunden. Am nächsten Tag dann der Hammer: Zunächst sechs Beutel NACI, dann 500 ml Cisplatin und anschließend nochmal sechs Beutel NaCI. Dauer von morgens 7:30 Uhr bis abends 22:15 Uhr. Am nächsten Vormittag durfte ich nach Hause. Nebenwirkungen Tag 1: zunächst häufiger Schluckauf und ein geplatztes Äderchen im linken Auge. Tag 2: gelegentlich leichter Schwindel, ein etwas veränderter Geschmack im Mund und leichte Erkältungsgefühle. Tag 3: Benommenheit, Schlappheit, Übelkeit und Pickel im Gesicht. Tag 4: vormittags Benommenheit, ab nachmittags alle Nebenwirkungen bis auf die Pickel verschwunden.

Eine Woche später dann zum Abschluss des 1. Zyklus nochmals eine ambulante Chemo mit 250 ml Gemcitabin. Dieses Mal nicht in der Urologischen Abteilung der Klinik, sondern gegenüber im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Das MVZ arbeitet eng mit dem Klinikum Fulda zusammen. Die Chemo war schnell vorüber, denn ich bekam nur einen Beutel NaCI. Dauer insgesamt gut 2 Stunden. Danach ab nach Hause. Nebenwirkungen: ich fühlte mich schlapp und habe den Rest des Tages und die ganze Nacht geschlafen. Am nächsten Tag fühlte ich mich weiterhin müde, hatte ein Gefühl von Erkältung, einen leicht veränderten Geschmack im Mund und auch noch Schluckauf über den ganzen Tag verteilt. Am darauf folgenden Tag war der Schluckauf verschwunden, dafür hatte ich leichtes Nasenbluten und Blut im Urin. Eine knappe Woche später waren alle Nebenwirkungen verschwunden.

Für den 27.11.14 vereinbarte ich ein Gespräch im MVZ und fragte, ob ich die kommenden Chemos auch ambulant durchführen könne. Im Laufe des Gesprächs fand ich heraus, dass die urologische Abteilung im Klinikum Fulda die einzige Abteilung des Krankenhauses war, die ihre Chemo-Therapien selbst durchführte. Alle anderen Abteilungen schickten ihre Krebspatienten ins MVZ. Fazit des Gesprächs war, dass ich meine Chemo selbstverständlich ambulant im MVZ durchführen konnte. Ich ließ den stationären Termin stornieren und war erleichtert.

Freitag, 10. Oktober 2014

Kapitel 25

Am 6.10.2014 fand ich mich in der Klinik ein. Am nächsten Tag sollte das Nephrostoma operativ ausgetauscht werden. Die OP fand leider erst am übernächsten Tag statt. Dann jedoch gelang es den Ärzten völlig unerwartet, einen Splint (Harnleiterschiene) durch meinen Harnleiter durchzuschieben. Das bedeutete, dass ein neues Nephrostoma nicht mehr notwendig war. Nun hatte ich in jedem Harnleiter einen Splint, der in dem Urinbeutel mündete. Allerdings mussten diese Schienen wegen Infektionsgefahr alle 6 Wochen gewechselt werden.

Als ich aus der Narkose erwachte, teilte man mir diese freudige Nachricht sogleich mit. Offensichtlich aber hatte mich die OP oder die Narkose überfordert, denn mein Puls war und blieb für den Rest des Tages auf 130 und ich musste mich mehrmals übergeben. Am nächsten Morgen wurde ich zum EKG geschickt. Der Puls war immer noch hoch und der Arzt beunruhigt. Doch zwei Stunden später arbeitete das Herz wieder völlig normal. Es ging mir sogar so gut, dass ich am Nachmittag aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Für den 21.10.14 wurde ich wieder einbestellt. An diesem Tag sollte ich für drei bis vier Tage in die Klinik, weil mir als Chemo-Vorbereitung ein Port gelegt werden sollte. Dabei handelt es sich um einen Katheter, der einen dauerhaften Zugang zu den Venen erlaubt.

Einen Tag vor diesem Termin erfuhr ich, dass ein Port ohne weiteres auch ambulant gelegt werden kann. Ich fragte umgehend in der Klinik nach, warum die mich stationär behandeln wollten? Ich erhielt keine gescheite Antwort. Daher buchte ich das Ganze auf ambulant um. Neuer Termin war am 4. November.

Am 4. November erschien ich pünktlich um 7:45 Uhr in der Klinik. Dann musste ich mich ausziehen, mich in ein Bett legen und drei Stunden warten, bis ich dran war. Dann wurde ich in den OP-Raum geschoben. Ich erhielt eine örtliche Betäubung und merkte so gut wie nichts von dem ganzen Eingriff. Ich unterhielt mich während der OP sogar mit den beiden Operateuren und lachte öfters mit ihnen, weil sie ziemlich lustig waren. Nach 1 und 1/2 Stunden war ich fertig und trug nun einen Port unter dem rechten Schlüsselbein. Am 11.11. sollte die Chemo beginnen. 

Samstag, 20. September 2014

Kapitel 24


In der Reha wurde ich zunächst von einer Urologin untersucht. Dann legte sie meine Anwendungen fest. Zur körperlichen Kräftigung nahm ich nun an verschiedenen Gruppen teil. Meine Tage waren angefüllt mit Ergotherapie, konzentrativen Entspannungsübungen, Atem- und Gehübungen. Zwischendurch Mahlzeiten im Speisesaal, sonnen auf einer großen Terrasse oder ruhen im Zimmer. Mein Zimmer hatte einen Balkon und einen herrlichen Blick auf den Spessart. Die drei Wochen vergingen schnell. Danach ging es mir körperlich besser.
 
Zuhause gab es endlich wieder köstliches Essen von meiner Frau Kavito. Auch begann ich, die Medikamente einzunehmen, die inzwischen von dem ayurvedischen Arzt aus Indien eingetroffen waren. Nun begann ich mich täglich besser zu fühlen. Nach einer Woche fühlte ich mich so stark, wie seit Jahren nicht mehr. War es das gute Essen, die Zuneigung zu Hause oder die Medikamente aus Indien? Wahrscheinlich eine Mischung aus allem.

Am 16.9. suchte ich meinen Urologen auf. Zunächst wechselte er den Verband des Nephrostoma (Nierenschlauch). Gleichzeitig sprachen wir über meine Situation. Er war der Meinung, dass mir das Nephrostoma ein Leben lang erhalten bleiben würde. Um Infektionen zu vermeiden, musste dieses Nephrostoma turnusmäßig ausgetauscht werden. Außerdem ging es um die Chemotherapie. Ich wollte zumindest einen Zyklus machen. Hierzu meldete mich der Urologe für zwei CT´s an. Einmal für den Bauchraum und einmal für die Lunge.

Da das Nephrostoma nur unter Narkose ausgetauscht werden konnte, vereinbarte ich einen Operationstermin für den 7.10.2014. Der Splint (Harnleiterschiene) auf der rechten Seite würde an diesem Tage gleichzeitig mit gewechselt werden.

Am 26.9. machte ich das erste CT. Zu diesem Zweck musste ich zunächst einen Liter Kontrastmittel trinken. Dann das Ergebnis: Beide Nieren arbeiteten einwandfrei und im Bauchraum waren keinerlei Metastasen zu sehen. Der Arzt war froh, mir diese gute Nachricht zu übermitteln. Ich freute mich wie ein Schneekönig.

3 Tage später fuhr ich nach Frankfurt/M. und machte einen TKTL1 Bluttest. Das Testergebnis würde zeigen, ob es Krebszellen in meinem Körper gab, die bereits bösartig waren.

Am 2.10.14 machte ich das Lungen CT. Es waren einige winzige fragliche Stellen zu sehen, die aber nicht zwangsläufig auf Metastasen hinwiesen. Lt. dem Radiologen konnte es sich auch um Narbengewebe handeln, das z.B. vom früheren Rauchen stammte.


Dienstag, 12. August 2014

Kapitel 23

Die Woche verging wie im Flug und es blieb mir nichts anderes übrig, als mich am Mittwoch, den 16. Juli 2014 morgens um 7:00 Uhr in der Klinik einzufinden. Ein Arzt klärte mich umfangreich über die bevorstehende Operation auf. Man würde mir Harnblase, Samenblase, Prostata und eine Menge Lymphknoten im Beckenraum entfernen. Die beiden Harnleiter, durch die der Urin ursprünglich von der Niere in die Blase gelangte, würden nun miteinander vernäht werden und in ein sog. Stoma münden. Dieses würde sich neben meinem Bauchnabel befinden und mit einem kleinen Stück vom Dünndarm gefüllt werden. Zukünftig würde mein Urin über dieses Stoma in einen Urinbeutel fließen. Die Aussicht auf diese Operation und die möglichen Komplikationen erfüllten mich mit einem derartigen Schrecken, dass ich mitten im Gespräch abschaltete und nicht mehr zuhören wollte. Ich schloss meine Augen und dachte mir: "Lasst mich doch in Ruhe sterben!" Dann gab ich vollkommen auf. Doch plötzlich wurde ich einer Energie wahr, die in mir aufstieg. Sie hatte etwas von einem Kampfgeist an sich und mir wurde klar, dass ich diese Operation machen würde. Zwei Tage später fand der große Eingriff statt.

Die Operation dauerte knapp fünf Stunden und als ich aufwachte, lag ich auf der Intensivstation. Da alles gut verlaufen war, wurde ich am nächsten Morgen auf die sog. Wachstation verlegt. Dort ging es mir nicht gut. Insgesamt lagen sechs Patienten in diesem Zimmer und an einen erholsamen Schlaf war nicht zu denken. Verschiedene Apparate piepsten ständig, die Krankenschwestern gingen ein und aus und irgendjemand stöhnte immer. Schließlich kam ich mit Gefühlen in Kontakt, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr in dieser intensiven Form hatte: Ich fühlte mich ungeliebt, einsam und verlassen. Zwei Tage hielt dieser Zustand an, dann wurde mir klar, wie bedingungslos ich von meiner Frau und meiner Tochter geliebt wurde. Von diesem Moment an geschah eine tiefe Heilung in mir. Es war, als wäre meine Seele krank gewesen und ich begann nun, mich geborgen und glücklich zu fühlen. Nun machte meine Erkrankung einen Sinn. In den folgenden Tagen musste ich vor lauter Seligkeit viel weinen.

Am 22.07.2014 wurde ich auf ein Zweibettzimmer verlegt. Die Ruhe tat mir gut und hier endlich konnte ich entspannen. Zwei Tage später zog ich in ein Einzelzimmer um. Hier störte mich niemand mehr und ich konnte z.B. fernsehen, wann immer ich wollte. Zu diesem Zeitpunkt steckte je ein sog. Splint (Harnleiterschiene) in den Harnleitern, die nun im Stomabeutel mündeten. Sinn dieser Splints war es, die Harnleiter so geweitet zu halten, dass der Urin aus der Niere gut abfließen konnte.

Am 1.8.2014 wurde der rechte Splint entfernt, doch Stunden später bekam ich eine Harnwegsinfektion. An diesem Tage kamen gerade meine Tochter, ihr Lebensgefährte und mein kleiner Enkel aus München zu Besuch. In ihrer Anwesenheit bekam ich Schüttelfrost und musste mich mehrmals übergeben. Ich bekam Antibiotika und fühlte mich bald besser.

Am 5.8.2014 wurde der Splint (Harnleiterschiene) aus dem linken Harnleiter gezogen und zwei Tage danach bekam ich einen Nierenstau. Ursache waren entweder Metastasen oder Schwellungen. Um die Harnleiter wieder zu weiten, versuchten die Ärzte, zwei neue Splints durch das Stoma reinzuschieben, was jedoch misslang. Daher musste ich die Niere am 15.8.2014 punktieren lassen. Die Ärzte versuchten die beiden Splints durch den Rücken in die Harnleiter einzuschieben. Als ich jedoch aus der Narkose erwachte, steckten zwei Schläuche in meinem Rücken, aus denen mein Urin nun in zwei verschiedene Beutel ablief. Am 18.8. wurde der rechte Rückenschlauch gezogen und gleichzeitig ein Splint reingeschoben. Da sich der Splint auf der linken Seite nicht einschieben ließ und ich am 19.8. schließlich aus der Klinik entlassen wurde, trug ich einen Nierenschlauch am Rücken, der mit der linken Niere verbunden war. Der Urin lief durch diesen in ein Beinbeutel, während er rechts über den Harnleiter in den Stomabeutel lief. Meine Frau brachte mich vom Krankenhaus direkt zur Reha in die Klinik Bellevue nach Bad Soden-Salmünster.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Kapitel 22

Meine Tochter riet mir, unbedingt eine Quanten-Heilungs-Sitzung zu machen. Sie war der Meinung, dass diese mir helfen würde, entspannter mit dem Thema "Operation" umzugehen. Daher suchte ich im Internet nach einem Quanten-Heiler. Ich fand die Homepage eines Therapeuten, der in meiner Nähe die entsprechende Arbeit anbot. Da ich nicht genau wusste, wie eine solche Sitzung ablief, rief ich ihn an und ließ mir das am Telefon erklären. Der Therapeut war der Meinung, dass Blasenkrebs aus verdrängter Wut entsteht und dass er die genaue Ursache meiner Krebs-erkrankung herausfinden könnte. Interessanterweise war er vor einigen Jahren selbst an einem Blasenkrebs erkrankt und schien zu wissen, wovon er redete. Im Laufe dieser Sitzung würde ich meine Gefühle erlösen und die verursachende Geschichte auf der Informationsebene löschen. So einfach sollte das sein und da ich ein gutes Gefühl hatte, vereinbarte ich einen Termin.

Ein paar Tage später machte ich mich auf den Weg. Kurz vor dem Ziel kam mir ein blumengeschmücktes Hochzeitsauto entgegen und ich konnte für einen Moment das glückliche Brautpaar sehen. Das empfand ich als gutes Vorzeichen. Die Sitzung spielte sich schließlich genauso ab, wie am Telefon beschrieben. Mit sehr einfachen Fragen führte mich der Therapeut an den Punkt, der mich seit meiner Kindheit schmerzte. Als ich 6 Jahre alt war, hatte meine Mutter meinen Vater verlassen und mich nicht mitgenommen. Einer meiner kindlichen Persönlichkeitsanteile war immer noch sehr wütend auf sie und ich hatte diese Wut bis zum heutigen Tage in mir getragen. Auch auf meinen Vater war ich sehr wütend, denn ich hatte ihm die Schuld an der Trennung zugeschrieben. So war ich zwar erwachsen geworden, doch auf der unbewussten Ebene eben immer noch ein kleines Kind. In einem jahrzehntelangen Prozess hatte der seelische Schmerz vor sich hingebrütet und sich möglicherweise als Blasenkrebs in meinem Körper manifestiert.

Nun machte sich der Therapeut an die Auflösung meines alten Traumas. Hierüber will ich nicht viel schreiben. Nur so viel, dass ich meine Eltern fortan in meinem Herzen trage. Und darüber bin ich sehr glücklich. Endlich konnte ich meine Eltern so lieben, wie ich sie als Kind geliebt hatte. Alle Vorbehalte, Wut und Traurigkeit schienen aus meiner Seele verschwunden. Ich fühlte mich auch Tage später immer noch verjüngt und erfrischt. Ich hatte und habe das wunderbare Gefühl, dass der Krebs eine seiner Antriebsfedern verloren hatte. Natürlich war mein Körper immer noch extrem schlapp und ich wusste nicht, ob ich um die Operation herumkommen würde. Doch ich hatte ja noch eine Woche Zeit.






Freitag, 27. Juni 2014

Kapitel 21


Mitte Juni 2014 besuchte ich einen Urologen, um ein Ultraschallbild von meiner Blase zu machen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Der Tumor hatte sich erkennbar an der Blasenwand ausgebreitet und was vielleicht noch schlimmer war, ich hatte bereits einen Nierenstau an der rechten Niere. Das bedeutete, dass diese Niere dabei war, abzusterben. Das lag daran, dass sich Krebszellen ausgerechnet an der Stelle gebildet hatten, wo der rechte Harnleiter in die Blase mündete. Das hatte ich nicht erwartet und war wie vor den Kopf gestoßen. Der Urologe riet mir dringend, die Blase sofort entfernen zu lassen.

Ich aber hatte noch einen Trumpf im Ärmel, denn ich wartete auf Post aus Indien. Ich hatte dem ayurvedischen Arzt eine Email geschickt, wo ich ihm meinen Krankheitsfall geschildert hatte. Außerdem hatte ich auf zwei aktuelle Fotos beigefügt, weil er meinen Zustand auf diese Weise begutachten wollte.

Zu dieser Zeit hatte es in meiner Blase seit etwa 10 Tagen nur noch einmal geblutet. Und ausgerechnet diese kleine Blutung hinterließ einen Blutklumpen in meiner Blase, der mit dem Urin nicht abgehen wollte. Dieser Klumpen verursachte starke Schmerzen und vor allem musste ich nachts ständig auf die Toilette, weil die Blase völlig überreizt war. Nach fünf Tagen entschloss ich mich, in die Klinik zu fahren und den Klumpen herauspumpen zu lassen. Leider schlug der Versuch fehl, der Klumpen wollte nicht heraus. Durch die Pumperei aber hatte er seine Lage verändert und löste sich in der folgenden Nacht von alleine beim Wasserlassen. Das Dumme war nur, dass es in der Blase anschließend wieder ständig blutete.

Einige Tage später dann die Antwort aus Indien: Der Arzt teilte mir mit, dass es für seine Medikamente viel zu spät war. Seiner Meinung nach war mein gesamter Urinaltrakt bereits weitgehend metastiert und ich sollte mich, um meine Niere zu retten, sofort operieren lassen. Und wieder fühlte ich mich wie vor den Kopf geschlagen. Trotzdem rief ich umgehend in der Klinik an und vereinbarte einen Operationstermin.

Meine Situation war vollkommen aussichtslos. Eine Operation bedeutete, dass man mir die Blase, die Samenblase, die Prostata und viele Lymphknoten herausschneiden würde. Die Vorstellung, ohne Blase leben zu müssen, war furchterregend. Außerdem konnte es während und nach der Operation zu vielen Komplikationen kommen. Ich recherchierte diesbezüglich im Internet und fand heraus, dass sich die meisten Patienten nach dieser OP nie wieder richtig gesund fühlten. Z.B. war viel von Impotenz, Inkontinenz und monatelangen Darmproblemen die Rede. Ein weiteres Problem stellte mein Allgemeinzustand dar: Durch die lange Zeit der kohlenhydratreduzierten und zuckerlosen Ernährung war ich abgemagert. Ich hatte zwar begonnen wieder stärkereichere Ernährung zu mir zu nehmen, doch mein Körper fühlte sich seit Wochen völlig kraftlos an. Bereits harmloses Spazierengehen über sanfte Steigungen verursachte Schwindelgefühle. Und beim Bücken wurde mir schwarz vor Augen. Mein Blutdruck bewegte sich in der Regel zwischen 90/53 und 100/60.

In den folgenden Tagen fühlte ich mich hilflos wie ein Kind. Bereits ein kurzer Gedanke an die bevorstehende Operation löste entsetzliche Ängste in mir aus. Ich musste mich immer wieder diesen Ängsten stellen und sie bewusst verarbeiten. Obwohl mir rational bewusst war, dass diese Operation mein Leben retten konnte, stürzte mich mein Kopf in immer neue Ängste. Er interessierte sich nicht für meine Rettung, sondern hielt stur an seinem Widerstand fest.


Samstag, 21. Juni 2014

Kapitel 20

Eine Freundin meiner Tochter ist eine Geistheilerin. Ich rief die Frau an und sprach mit ihr über meine Erkrankung. Da sie auch Channeling macht, stellte ich meine Fragen direkt an den Channel. Der Channel sah die Ursache meiner Erkrankung in den Verhältnissen, die ich in meiner Familie hatte. Der Channel behauptete, dass meine Eltern unaufhörlich miteinander stritten, ohne jemals auf mich Rücksicht zu nehmen. Woher wusste er das? Ich kann mich tatsächlich nämlich immer noch an verschiedene Situationen erinnern, in denen sich meine Eltern in den Haaren lagen. Einmal stritten sie volle drei Tage am Stück. Ich war etwa fünf Jahre alt und flehte und bettelte sie, endlich damit aufzuhören. Doch wurde ich immer nur aus dem Zimmer geschickt. Ich war erst sehr wütend und wurde dann immer trauriger. Ich lag in meinem Zimmer auf dem Boden und weinte und weinte. Am dritten Tag hatte ich keine Kraft mehr und wimmerte nur noch so vor mich hin. Worauf mich der Channel aufmerksam machte, war, dass meine Eltern bereits stritten, als ich noch ein Baby war. Der Channel sagte, dass ich hilflos in der Wiege lag und vor Angst und Schrecken schrie und brüllte. Schon zu diesem Zeitpunkt nahmen meine Eltern keine Notiz von mir. Auf diese Weise lernte ich sehr früh, dass ich mich nicht durchsetzen konnte. Der Channel sagte, dass darin die Ursache verborgen war, dass ich immer Hemmungen im Leben hatte, mich für meine Projekte einzusetzen. Nichtsdestotrotz, so behauptete er, hatte ich mir genau diese Familie für meine Inkarnation ausgesucht. Denn die Aufgabe meiner Seele bestand darin, trotz aller widrigen Umstände, in meine Kraft zu kommen. Offensichtlich habe ich diese Aufgabe bis heute nicht gemeistert. Denn nun befinde ich mich in derselben Situation, wie als Kind: Ich bin an Krebs erkrankt und muss mir hilflos ansehen, wie ich immer schwächer und schwächer werde. Auch meine Lebensumstände zeigen, dass ich als nunmehr 68-jähriger Mann an einem Platz leben muss, an dem ich nicht gerne lebe. Ein finanzielles Polster, welches mir eine gewisse Unabhängigkeit ermöglicht hätte, habe ich mir nie erarbeitet.

Da der Channel der Meinung war, dass ich Heilkraft in den Händen habe, gab mir die Freundin meiner Tochter verschiedene Übungen, mit denen ich mir selbst helfen konnte. Außerdem gab sie mir die Email-Adresse eines ayurvedischen Arztes, der im Himalaya lebt. Von dort aus versendet er Medikamente an erkrankte Menschen. Der Channel war nämlich der Meinung, dass er für mich genau die richtige Arznei zusammenmischen würde.

Zu dem Zeitpunkt, als ich die Übungen von der Geistheilerin bekam, blutete es in meiner Blase zweimal täglich und das bereits seit vielen Wochen. Zu meiner Überraschung hörten die Blutungen durch die Übungen nach und nach auf, bis sie nach einigen Tagen vollkommen verschwunden waren.





Samstag, 7. Juni 2014

Kapitel 19

Eine Woche später fuhr ich nach Hanau und ließ mir von einer Heilpraktikerin eine Scio Sitzung geben. Ich wurde an ein computergesteuertes Quanten-Biofeedback/Bioresonanz-System angeschlossen, das den Körper sowohl bioenergetisch analysieren, als auch ausbalancieren kann. Die Sitzung dauerte etwa zwei Stunden und das Gerät zeigte viele energetische Mängel in meinem Körper an. Ich stand praktisch kurz vor einem Burnout. Die Heilpraktikerin riet mir dringend, mich kohlenhydrat- und obstreicher zu ernähren. Sonst lief ich Gefahr, an Auszehrung zu sterben. Nachdem die Analyse abgeschlossen war, begann das Biofeedback-System, meinen Energiemangel auszugleichen. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, mit Energie aufgefüllt zu werden. Nach der Sitzung verschrieb mir die Heilpraktikerin zwei homöopathische Mittel, die die Blutungen stoppen sollten.

Am nächsten Tag fühlte ich mich immer noch sehr energetisch und begann, die beiden Mittel einzunehmen. Doch meine täglichen Blutungen waren unbeeindruckt und begannen wie üblich, einmal morgens zu bluten. Dabei bildeten sich wie immer Blutklumpen, die erst im Laufe des Tages und der folgenden Nacht beim Wasserlassen ausgespült wurden. Diese Blutklumpen verursachten ständige Schmerzen in der Blase.

Ein paar Tage darauf sah ich im Halbschlaf für den Bruchteil einer Sekunde eine widerliche Kreatur. Sie war knallrot und zeigte mit dem Finger auf mich, so als wollte sie sagen: "Du gehörst mir!" Kam das Wesen aus meinem eigenen Unterbewusstsein? Ich war nicht sicher und machte mich auf die Suche nach einem tibetischen Heiler. Ich forschte im Internet nach und wurde fündig. Es gab ein Institut, das hin und wieder tibetische Ärzte nach Deutschland kommen ließ. Zufällig war ein Arzt eine Woche später in meiner Nähe und ich vereinbarte einen Termin.

Als ich vor dem Arzt saß, hörte er sich in Ruhe meine Geschichte an und machte dann an beiden Handgelenken eine Pulsdiagnose. Er begriff, dass mich die ständigen Blutungen ungemein schwächten und gab mir schließlich drei verschiedene Päckchen mit Kräuterpillen mit, die ich jeweils morgens, mittags und abends einnehmen sollte. Leider hatte ich in den folgenden Tagen den Eindruck, dass die Pillen die Blutungen eher verstärkten. Daher reduzierte ich die Einnahme-Menge  die Hälfte.

Sonntag, 25. Mai 2014

Kapitel 18

Mitte Mai 2014 suchte ich einen Facharzt für innere Medizin und Naturheilverfahren auf. Nach einer gründlichen Anamnese machte er mir eine Reihe von Therapievorschlägen. Doch hatte ich nicht den Eindruck, dass er viele Erfahrungen mit blutenden Tumoren hatte. Wegen meines schlechten Kreislaufs und Gewichtverlustes verschrieb er mir z.B. eine zuckerfreie Trinknahrung von Dr. Coy. Davon sollte ich täglich drei Packungen von je 250 ml einnehmen. Nach einem Probetrunk von nur 70 ml reagierte meine Blase und begann heftig zu bluten.

In der Hoffnung auf Hilfe wandte ich mich an die Gesellschaft für "Biologische Krebsabwehr". Dieser unabhängige und gemeinnützige Verein hat sich ganzheitlichen Zielen verschrieben und unterstützt Krebspatienten, Angehörige und Therapeuten. Der Arzt, der mich telefonisch beriet, machte mir verschiedene Therapievorschläge; insbesondere nannte er mir ein Krebsmittel namens "Immucothel". Dieses Mittel stärkt das Immunsystem stärkt und bekämpft die Krebszellen. Doch ich war mir nicht sicher, ob dieses Mittel nicht meine Wunde in der Blase völlig aufreißen würde. Als ich mit dem Arzt noch einmal über dieses Problem reden wollte, war er bereits für drei Wochen im Urlaub.

Meine Situation war grotesk. Ich hatte ein Krebsgeschwür in der Blase, das ich nicht behandeln konnte. Da der obere Wert meines Blutdrucks teilweise unter 90 sank und mein Puls gleichzeitig 80 Schläge pro Minute hatte, fühlte ich mich völlig geschwächt. Bereits normales Gehen auf kurzen Strecken machten mich schwindlig und beim Bücken wurde mir schwarz vor den Augen. Zudem begann mein Tumor ein bis zweimal täglich zu bluten, obwohl ich gar kein Mittel eingenommen hatte. Nun verließ mich aller Mut, den ich seit knapp zwei Jahren so reichlich hatte.

Da sich mein Tumor gegen jede körperliche Behandlung wehrte, wollte ich das Pferd von hinten aufzäumen und etwas für meine Seele tun. Ich fand einen Heilpraktiker, der mit Psychokinesiologie arbeitete. Diese Behandlungsform wurde von dem Arzt und Schmerztherapeut Dr. Klinghardt entwickelt. Dabei geht es darum, unerlöste seelische Konflikte aufzudecken und zu transformieren.

Am 22.05.2014 suchte ich diesen Heilpraktiker auf. Nach einer gründlichen Körperbefragung stieß er auf eine energetische Blockade in meiner Niere. Auf eine nähere Befragung "antwortete" mein Körper, dass es sich um eine Verletzung seitens meiner Mutter handelte. Da die Niere zum Harnsystem gehört und sich auf meinen beiden Nieren zudem je eine große Zyste befindet, fragte ich mich, ob meine Niere meinen Blasentumor verursacht hatte. Auf jeden Fall war ich froh, dass mir der Heilpraktiker die Blockade anschließend angeblich auflöste. Ich fühlte mich nach der Sitzung jedenfalls total entspannt und war überrascht, dass diese Entspannung auch in den nächsten Tagen anhielt.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Kapitel 17

Meine Hoffnung, dass die Blutungen durch Entzug der Mittel stoppen würden, erfüllten sich nicht. Der Urin sah zwar phasenweise ganz normal aus, färbte sich dann aber immer wieder leicht rosa. Das bedeutete, dass die Wunde immer noch blutete.

Am 24.04.2014 trank ich eine Tasse Jigoulan Tee. Dieses chinesische Heilkraut enthält sekundäre Pflanzenstoffe, welche eine ganze Reihe von gesundheitlichen Vorteilen besitzen. Außerdem soll es Krebs hemmen. Leider reagierte der Tee in meiner Blase und ich bekam heftige Blutungen. Und wieder musste ich eine schlaflose Nacht verbringen.

Da mein Blutdruck inzwischen kontinuierlich auf unter 100 gesunken war, fühlte ich mich ausgesprochen geschwächt. Ich besorgte mir ein Kreislaufmittel, das ziemlich scharf schmeckte. Ich hatte sofort ein blödes Gefühl und tatsächlich begann es kurz nach der Einnahme schon wieder heftig zu bluten. Nun ging das Theater mit den Blutklumpen aufs Neue los. Ich entschloss mich, nichts mehr einzunehmen, was die Wunde in der Blase irgendwie reizen könnte.

Anfang Mai hatte ich einen neuen Arzt ausfindig gemacht, der sich ausschließlich mit Krebs beschäftigt. Auf seiner Homepage entdeckte ich, dass er Infusionen mit Vitamin B17 (bittere Aprikosenkerne), MMS und hochdosiertem Vitamin C verabreicht. Außerdem verabreicht er Thymuskuren, Milzzelltherapie usw. Da er sich ganz auf meiner Wellenlänge befand, machte ich einen Termin bei ihm und besuchte ihn in seiner Praxis in Darmstadt.

Nachdem sich der Arzt meine Geschichte angehört hatte, wollte er bei mir erstmal nur mit niedrig dosierten Vitamin B17-Infusionen beginnen. Auf meine Frage, was zu tun sei, wenn es wieder mit den Blutungen losgehe, antwortete er, dass er für diesen Fall das homöopathische Mittel "Phosphoricum" empfehle. Am nächsten Tag besorgte ich mir dieses Mittel in meiner Apotheke. Mit den Vitamin B17-Infusionen wollte ich noch etwas abwarten.

Obwohl mein Urin meistens leicht rosa war, wagte ich 10 Tage später einen Test und nahm 3 Aprikosenkerne ein. Und prompt begann es abends wieder heftig zu bluten. Sofort nahm ich das Phosphoricum ein und stellte kurz darauf fest, dass sich das Blut dadurch verdickte. Es vermischte sich nicht mit dem Urin, sondern hatte die Konsistenz einer geleeartigen Masse. Dasselbe passierte mit den Blutklumpen, sie kamen nicht heraus und verstopften die Blase.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Kapitel 16


Am 6.03.2014 las ich das Buch "Die Kilian-Methode". Hierin beschreibt der Autor Norbert Kilian, wie er mit bitteren Aprikosenkernen seine Krebserkrankung erfolgreich behandelt hatte. Ich hatte diese Kerne bereits ein Jahr zuvor verzehrt, doch niemals mehr als fünf Stück täglich. Sie enthalten Blausäure und auf der Verpackung wird davor gewarnt, mehr als drei Kerne täglich zu verzehren.

In seinem Buch beschreibt Norbert Kilian, dass es Völker gibt, bei denen Krebs nicht vorkommt. Er erwähnt die Volksgruppe der Hunzas, die in einem schwer erreichbaren Tal zwischen Pakistan und Indien lebt. Im Internet fand ich hierzu einen Beitrag über den englischen Arzt und Völkerkundler Robert McCarrison, der in den 1920er Jahren die Gewohnheiten der Hunzas untersuchte. Er stellte fest, dass ihre Grundnahrungsmittel aus Tschapattis (Fladen aus Weizen), Buchweizen, Hirse, Saisongemüse, etwas Sauermilchprodukte und nur wenig Fleisch bestand. Zur täglichen Nahrung gehörten frische und getrocknete Aprikosen, samt des weichen Inneren der Kerne und des Öls. Die Hunza kannten weder Zucker, noch hatten sie viel Salz zur Verfügung. Ihren Eiweißbedarf deckten sie überwiegend aus pflanzlichen Quellen. Genauere Untersuchungen ergaben, dass die Ernährung der Hunza circa 200mal so viel Vitamin B 17 enthielt, wie unsere westliche Nahrung.

McCarrison machte ein Experiment mit 3600 Ratten. Er teilte sie in drei Gruppen ein und ernährte sie unterschiedlich. Die erste Gruppe bekam die landesübliche Ernährung der Hunzas. Die zweite Gruppe bekam die in Indien übliche Nahrung, die hauptsächlich aus geschältem und gekochtem Reis, gekochtem Gemüse, Nüssen und ebenfalls wenig Fleisch bestand. Die dritte Gruppe schließlich bekam Nahrung, wie sie in England üblich war: also Fleisch, Weißbrot, Vollmilchprodukte und Süßigkeiten. Die "Hunzagruppe" unter den Ratten blieb gesund bis in ein überdurchschnittlich hohes Alter. Die Indiengruppe zeigte bereits verschiedene Degenerationserscheinungen und die englische Gruppe wurde von Haarausfall, Karies, Entzündungen und Krebs geplagt. Außerdem trat in dieser Gruppe Kanibalismus auf. Aus diesen Gründen hält Norbert Kilian Krebs für eine Vitamin-mangelerkrankung. Er geht davon aus, dass das Immunsystem geschwächt ist, wenn dem Körper das Vitamin B 17 fehlt.

Norbert Kilian behauptet, dass der Verzehr von bitteren Aprikosenkernen keine Blausäurevergiftung hervorrufen kann. Nachdem er genau erklärt, warum das so ist und verschiedene Berichte im Internet dieselben Aussagen machten, wagte ich es und begann meinen Verzehr an bitteren Aprikosenkernen kontinuierlich zu erhöhen. Bis zum 27.03. hatte ich die Anzahl meiner Kerne auf täglich 30 Stück gesteigert. Vergiftungserscheinungen konnte ich nicht feststellen.

Zu dieser Zeit wurde ich auf ein Mittel namens MMS aufmerksam. MMS wurde von dem Amerikaner Jim Humble erfunden und bedeutet: "Miracle Mineral Supplement". Laut eigenen Angaben führte er mit diesem Mineralpräparat Praxistests an mehr als 75.000 Afrikanern mit AIDS, Hepatitis A, B und C und den meisten Krebsformen durch. Angeblich und unabhängig davon führte die Regierung von Malawi eigene Testreihen mit MMS durch. Die Heilungsquote lag bei 99%. Ermutigt durch solche und ähnliche Berichte besorgte ich mir 100 ml dieser Chlordioxid-Lösung. Da ich in diesem Zusammenhang auch auf das Therapeutikum DMSO aufmerksam wurde, kaufte ich dieses Mittel gleich mit. Ab Ende März 2014 verabreichte ich mir folgende Mittel gegen den Krebs: Bittere Aprikosenkerne, Moringa-Kapseln, Guanabana-Pulver, MMS, DMSO und Vitamin C 1000 mg Kapseln (gepuffert).

Anfang April begann es wieder stark zu bluten. Ich konnte nicht mehr schlafen, weil ich viel trank, um die Blutklumpen, die sich dabei bildeten, mit dem Urin heraus zu schwemmen. Infolgedessen musste ich alle halbe Stunde auf die Toilette. Trotzdem waren die Blutklumpen hartnäckig und kamen meistens erst nach 10 - 48 Stunden mit dem Urin heraus. Mein Körper vibrierte in dieser Zeit vor Anstrengung und mein Kreislauf sackte total ab. Wahrscheinlich hatte ich eine Blutarmut.

Mitte April setzte ich alle Mittel ab, weil es mir wieder so vorkam, dass eines oder mehrere der Mittel die Blutungen geradezu provozierten. Nun war ich also gegen das Krebswachstum ungeschützt, hatte aber die Hoffnung, dass sich die Wunde nun langsam verschließen würde.

Kapitel 15

Durch meine zuckerfreie und kohlenhydratreduzierte Ernährung hatte ich in den letzten 1 1/2 Jahren 9 kg abgenommen. In den vier Tagen im Krankenhaus verlor ich weitere vier kg. Daher war ich nun ziemlich untergewichtig und mein Kreislauf war im Eimer.

Ein paar Tage nach der OP wurde ich von einem Freund auf den amerikanischen Naturmediziner Dr. Schulze aufmerksam gemacht. Er hat für schwerkranke Menschen eine Obst- und Gemüsetrinkkur entwickelt, die er mit Vitaminen- und Mineralienkonzentraten unterstützt. Da ich mich wegen meines Untergewichts nicht fit genug fühlte, war diese Kur nichts für mich. In der Anwendungsanleitung aber las ich, wie wichtig Wechselduschen für jede Genesung sein sollen. Ich begann also, mich morgens und abends jeweils sieben Mal eine Minute lang heiß und kalt zu duschen. Das tat mir gut und mein Kreislauf wurde besser. Doch kurz darauf fand ich eine Menge Blut im Urin. Offensichtlich wurde die Durchblutung so stark angeregt, dass die noch nicht verheilte Wunde in meiner Blase zum Bluten begann. Ich hörte mit diesen Duschen umgehend auf und setzte vorsichtshalber auch noch mein persönliches Heilprogramm, wie z.B. bittere Aprikosenkerne, Vitalpilze und Knoblauch mit frischem Zitronensaft, ab. Ich befürchtete, dass diese Mittel die Wunde nochmals reizen würden. Ich nahm nur noch Guanabana-Pulver zu mir, das ich inzwischen frisch aus Peru erhalten hatte. Doch die Blutungen hörten nicht auf. Immer wieder fand ich Blut mit leichter Klümpchenbildung in meinem Urin. Am 1. März schließlich blutete es schließlich so stark, dass sich eine Tamponade aus Blutklumpen in meinen Blasenhals legten und einen freien Urinabgang verhinderten. Erst am nächsten Vormittag hatte ich Glück und die ganzen Blutklumpen platschten mit dem Urin heraus.

Mittwoch, 23. April 2014

Kapitel 14

Am 10. Februar saß ich wieder bei Pablo. Ich hatte inzwischen sein Buch "Die heilende Kraft des Betens". Es hatte mir ausgesprochen gut gefallen und ich fuhr noch einmal nach Freiburg. Wir machten eine dreistündige Sitzung und dieses Mal war es sehr intensiv. Während ich mit geschlossenen Augen mein Mantra zitierte, stand Pablo eine Zeitlang vor mir. Plötzlich erschien ein riesiges Licht vor meinem geistigen Auge und floss in mich hinein. Das wiederholte sich mehrmals und als die Sitzung beendet war, fühlte ich mich voller Energie.

Auf der Heimfahrt wiederholte sich das Drama der letzten Fahrt: Mein Urin war zuerst blutrot, dann beim nächsten Mal konnte ich kein Wasser mehr lassen. Ich trank und trank Wasser, suchte immer wieder die Toilette auf, bis endlich ein großer Haufen Blutklumpen mit dem Urin herauskam. Doch es blutete weiter und meine Blase verstopfte aufs Neue. Zu Hause dann um drei Uhr morgens endlich wurde ich die ganzen Blutklumpen auf einen Schlag los. Danach war der Urin wieder normal.

In den nächsten Tagen hatte ich immer wieder viel Blut im Urin. Am 18.02.14 schließlich ging gar nichts mehr. Die Blase blieb die ganze Nacht über verstopft. In der Hoffnung, dass die Blutklumpen mit dem Urin heraus kämen, hatte ich wieder einmal extra viel getrunken. Alle zehn Minuten hatte ich das dringende Bedürfnis, auf die Toilette zu gehen, doch heraus kam immer nur eine geringe Menge an blutrotem Urin. Danach war die Blase wieder verstopft und schmerzte. Es hatte sich eine heftige Tamponade gebildet. Als sich die Situation bis zum nächsten Mittag nicht besserte, blieb mir nichts anderes übrig, als ins Krankenhaus zu fahren. Das, was ich befürchtet hatte, war nun eingetreten.

In der urologischen Notaufnahme wurden mir insgesamt 7 Flaschen mit Kochsalzlösung in die Blase gepumpt und dabei enorme Mengen an Blutklumpen herausgeholt. Die Notärztin schüttelte immer wieder ihren Kopf. Eine solche Menge an Blutklumpen hatte sie noch niemals gesehen. Sie fragte mich mehrmals, warum ich nicht früher gekommen sei. Darauf hatte ich keine Antwort.

Anschließend wurde ich gar nicht lange gefragt, ob ich im Krankenhaus bleiben wollte. Für die Notärztin war es klar, dass der Tumor so schnell wie möglich heraus operiert musste. Ich war einverstanden, denn eine solche Nacht wie die letzte wollte ich nicht noch einmal durchmachen. 

Einen Tag später, am 20.02.14 wurde die TUR durchgeführt. Die Operation ging schnell und unproblematisch und als ich aufwachte, stand meine Frau an meinem Bett. Am 22.02. wurde mir gegen Mittag der Katheter entnommen, den ich seit vier Tagen und Nächten getragen hatte. Ich zog mir meine normalen Sachen an und erhielt eine Windel, die ich in der Unterhose tragen sollte. Beim ersten Wasserlassen merkte ich, wozu das nötig war. Denn als ich Druck in der Blase fühlte und zur Toilette eilte, ging die Hälfte des Urins schon vorher in die Windel ab. Die Blasenmuskulatur musste sich erst wieder an ihre selbständige Arbeit gewöhnen. Anschließend wurde noch ein Ultraschall gemacht und dann wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen.

Kapitel 13

Anfang Februar wurde ich im Internet auf den Freiburger Physiker und spirituellen Heiler Pablo Alemany aufmerksam. Er stand auf dem Standpunkt, dass sich alle Krankheiten durch Karma bedingen. Um Karma aufzulösen, müssten die entsprechenden Informationen im Kausalkörper gelöscht werden. Entsprechend der Yoga-Lehre geht er von der Annahme aus, dass wir Menschen fünf Körper besitzen: Was wir allgemein als Körper bezeichnen, ist unser materieller Körper. Unser zweiter Körper ist der Ätherkörper. Er ist feinstofflicher und dehnt sich jenseits des materiellen Körpers aus. Manche Menschen können ihn als Aura wahrnehmen. Pablo Alemany sagt, dass wir diese beiden Körper verlassen, wenn wir sterben. Wir existieren dann nur noch mit einem nicht materiellen Lichtkörper weiter, ohne Gewicht und Sinneswahrnehmungen des materiellen Körpers. Der nicht materielle Lichtkörper besteht aus drei weiteren feinstofflicheren Körpern: Astralkörper, Mentalkörper und Kausalkörper. Im Astralkörper bleiben die Gefühle und Emotionen gespeichert. Im Mentalkörper bleiben die Gewohnheiten des Denkens gespeichert. Der Kausalkörper schließlich ist eine Art Informationsfeld, der die karmische Information der Seele trägt.

Da ich seit über dreißig Jahren Vegetarier bin und um meinen Eiweißhaushalt besorgt war, kaufte ich mir am 3. Februar ein pflanzliches Eiweiß-Pulver. Doch kaum eingenommen, blutete ich beim Wasserlassen wie verrückt. Beim nächsten Toilettengang ging nichts, die Blase war zu. Ich probierte es immer wieder, doch die Blase blieb verschlossen. In dieser Nacht kam ich nicht zum Schlafen. Da ich in der Hoffnung, Wasser lassen zu können, viel trank, schmerzte mich der Druck in der Blase immer heftiger. Doch obwohl ich immer wieder versuchte, die Blutklumpen mit Kraft herauszupressen, kam immer nur ein kleiner blutiger Strahl heraus. Letztendlich dauerte es bis morgens um vier Uhr, bis ich endlich Erfolg hatte und ein riesiger Schwall Blutklumpen in der Toilette landete.

Am 6. Februar stand ich morgens um 6 Uhr auf, weil ich zwei Sitzungen bei Pablo Alemany in Freiburg vereinbart hatte. Doch ich konnte wieder einmal kein Wasserlassen. Ich entschloss mich, zum Bahnhof zu fahren und es dort ein letztes Mal zu probieren. Für den Fall, dass es nicht klappen sollte, würde ich sofort meinen Urologen aufsuchen. Buchstäblich in letzter Sekunde landete riesiger Batzen Blutklumpen in der Bahnhofstoilette und ich atmete auf. Drei Minuten später saß ich im Zug.

Pablo stellte sich als Mann heraus, der nicht viele Worte machte. Er bezeichnete sich als Heilsbegleiter, der weder Trauma noch einen kranken Menschen sieht. Er sieht die göttliche Vollkommenheit in jedem Menschen und hilft ihm, sich mit dieser wahren Natur zu identifizieren. Zunächst wollte er wissen, warum ich ihn aufgesucht hatte. Dann gab er mir ein persönliches Mantra, das ich still intonieren sollte. Während ich also in Gedanken unablässig mein Mantra zitierte, ging er etwa eine Stunde lang im Kreis um mich herum und zitierte laut Sanskrit-Heilgebete. Dann berührte er mich zart an verschiedenen Kopfpunkten und verschiedene Gesichtsmuskeln begannen zu zucken. Nach den beiden Sitzungen wusste ich nicht genau, was ich davon halten sollte.

Im Zug ging das Theater mit meiner Blase wieder los. Ich konnte die ganze Fahrt über kein Wasserlassen. Als ich endlich ankam und auf dem Parkplatz zu meinem Wagen ging, probierte ich es im Schutz der Dunkelheit noch einmal und dann endlich kam eine riesige Menge an Blutklumpen heraus.



Dienstag, 22. April 2014

Kapitel 12

Am 3.01.2014 ließ ich meine dritte MRT machen. Das Ergebnis bestätigte den TKTL1 Test: Der Tumor war gewachsen und sogar in die Blasenwand eingewachsen. Der Röntgenarzt prophezeite mir, dass ich, wenn ich mich nicht schleunigst operieren lasse, in große Schwierigkeiten kommen werde. Hatten der Urologe und mein Hausarzt am Ende doch Recht gehabt? Meine Frau und meine Tochter bedrängten mich, den Tumor umgehend entfernen zu lassen.

Am folgenden Wochenende musste ich eine Entscheidung treffen. Ich ging mit meinen beiden Hunden in einer einsamen Gegend spazieren und ließ meine ganze Enttäuschung über den Befund raus. Ich schrie, brüllte und weinte eine Stunde lang hemmungslos vor mich hin. Dann war mir klar, dass ich mich nicht operieren lassen wollte. Meine Frau war entsetzt. Meine Tochter redete mir ins Gewissen, doch ich blieb fest.

Ich begann aufs Neue, nach alternativen Heilmethoden zu suchen. Ich kam auf Schüsslersalze. Doch nach einer einmaligen Einnahme hatte ich sofort wieder massig Blut im Urin. Das durfte doch nicht wahr sein: Der Tumor reagierte auf alle Mittel, die meine Abwehrkräfte stärken sollten, mit großer Aggressivität.

Ich stieß auf Heilpilze, die mich sofort interessierten. Ich setzte mich mit einem Institut für Ernährungs- und Pilzheilkunde in Verbindung und ließ mich beraten. Mir wurde ein bestimmter Pilz empfohlen, den ich mir umgehend bestellte. Als Vorsichtsmaßnahme nahm ich nur eine halbe Kapsel täglich ein und es kam zu keinen nennenswerten Blutungen.

Ein paar Tage später erzählte mir meine Tochter, dass ihr von einer Freundin ein Schweizer Naturarzt empfohlen wurde. Ich rief dort an und erfuhr, dass der Mann Antlitzanalysen macht. Ich schickte ihm per Email ein paar Fotos und einige Tage später stand meine Therapie fest. Ich sollte drei verschiedene Heilpilze und sechs verschiedene Schüsslersalze zu mir nehmen. Die Schüsslersalze sollten unbedingt hochwertig und glutenfrei sein. Ich kaufte die Schüsslersalze in einer Apotheke und bestellte die Heilpilze im Internet. Außerdem befolgte ich den Tipp des Naturarztes, wie ich mich auf einfache Weise mit Wasser schnell entgiften konnte. Und zwar muss man einen Liter Wasser etwa zwölf Minuten lang kochen. Der Sinn besteht darin, dass sich die Moleküle des Wasser verkleinern und auf diese Weise besser in die Zellen eindringen konnten.

Sobald ich die Schüssler-Salze eingenommen hatte, verstärkte sich wieder das Blut im Urin. Ich setzte mich mit der Naturarztpraxis in Verbindung und mir wurde empfohlen, die Tagesdosis an Schüssler-Salzen in einen halben Liter Wasser zu geben, mit einem Plastiklöffel umzurühren und tagsüber nach und nach zu trinken. Dadurch setzten sich die in den Tabletten enthaltenen Milchzucker und Kartoffelstärke im Boden ab. Aber auch dieser Trick brachte nichts, es begann wieder stark zu bluten. Daraufhin wurde mir empfohlen, das Wasser mit den Schüssler-Salzen nicht zu rühren, sondern nur zu schütteln. Auch dadurch änderte sich nichts: es blutete stark. Ich setzte mich nochmals mit der Praxis in der Schweiz in Verbindung und mir wurde empfohlen, die Tagesdosis herabzusetzen.

Am 1.2.2014 konnte ich wieder einmal kein Wasserlassen. Da ich diesbezüglich schon Erfahrungen hatte, ging ich mit dem Problem ziemlich entspannt um. Ich trank einen Liter Wasser und probierte es dann nochmal. Meine Blase war zwar voll, doch die Blutklumpen versperrten weiterhin den Ausgang zur Harnröhre. In mir machten sich Gedanken eines Notfalls breit und mein Körper begann heftig zu zittern. Ich wurde von Stresshormonen überschwemmt. Ich beschloss, den Stresshormonen mit Lachen entgegenzutreten. Es war grotesk: Ich konnte nicht pinkeln, mein Körper zitterte wie Espenlaub und ich lachte zehn Minuten aus vollem Hals. Anschließend trank ich einen Liter Wasser und legte die Beine hoch. Dann endlich nach etwa drei Stunden landete eine riesige Menge an Blutklumpen mit blutrotem Urin im WC. Ich war gerettet. Der Urin danach war wieder blass gelb. Ich entschloss mich, erstmal keine Schüssler Salze mehr einzunehmen.